Dachstuhlbrand in Kastl fordert Großaufgebot der Rettungskräfte aus dem gesamten Landkreis

Großbrand in einemWohngebäude führt zu stundenlangem Einsatz – 14 Personen leicht und mittelschwer verletzt.

KASTL. Am Donnerstagabend, den 30. Juli 2026, wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr um 18:30 Uhr mit dem Alarmstichwort „B3 – Person in Gefahr“ zu einem Gebäudebrand in Kastl gerufen. Bereits während der Anfahrt der ersten Einheiten war eine erhebliche Rauchentwicklung sichtbar. Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte bestätigte sich die Lage: Der Dachstuhl eines Wohngebäudes stand in Vollbrand. Daraufhin veranlasste die
Einsatzleitung umgehend die Erhöhung des Alarmstichwortes auf „B4“.

Da die Bewohner das Gebäude bereits eigenständig verlassen hatten, leitete die Feuerwehr unverzüglich die Brandbekämpfung ein. Ein Trupp drang unter schwerem Atemschutz in das Gebäude vor, während von außen über zwei Drehleitern ein umfassender Löschangriff durchgeführt wurde. Durch eine Riegelstellung konnte ein Übergreifen der Flammen auf die dicht angrenzende Nachbarbebauung verhindert werden. Zur Sicherstellung der
Wasserversorgung und aufgrund des hohen Atemschutzbedarfs wurden weitere Löschfahrzeuge nachgefordert. Um die Sichtverhältnisse für die eingesetzten Trupps zu verbessern und den Eigenschutz zu gewährleisten, kamen zwei Hochleistungslüfter zum Einsatz. Angrenzende Wohngebäude wurden evakuiert und die Bevölkerung über MoWaS (Mobile Warnsysteme) und die Warnapp NINA gewarnt. Besonders der Brandrauch, der aufgrund der Wetterlage regelrecht durch die Ortschaft zog, machte den Einsatz für die Feuerwehren schwierig. Aus diesem Grund entschied sich Einsatzleiter Vincenzo Bucci (Kreisbrandrat) für eine Nachforderung des LUF (Löschroboter mit Hochleistungslüfter) der Werkfeuerwehr Wacker, welcher allerdings nicht zum Einsatz gebracht werden musste.

Der Brand und die Rauchgasentwicklung forderten insgesamt 14 Verletzte:
12 Personen erlitten leichte Verletzungen, eine Person erlitt eine Rauchgasintoxikation und ein Feuerwehrmann verletzte sich durch Umknicken leicht.

Zur Koordinierung der rund 190 Einsatzkräfte (davon ca. 160 Feuerwehr, 20 BRK, 10 THW) wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Gegen 22:00 Uhr hieß es offiziell „Feuer aus“.

Die Feuerwehr Kastl wurde anschließend aus dem Einsatz gelöst, um über Nacht eine Ruhepause einzulegen. Die Einsatzleitung, in der Nacht, übernahm der 2.Kommandat der FF Kastl. Zwischen 22:00 und 01:00 Uhr sicherten die Feuerwehren Unterneukirchen, Altötting und Neuötting die Einsatzstelle.

Eine Begehung mit dem THW-Fachberater um 00:00 Uhr ergab die weitgehende Zerstörung des Dachstuhls. Von 01:00 bis 05:00 Uhr übernahmen die Freiwilligen Feuerwehren aus Mehring und Emmerting die Brandwache, wobei um kurz nach 2:00 Uhr die Drehleiter aus Burgkirchen wegen erneuter Rauchentwicklung zur Nachlöschung von Glutnestern nachgefordert werden musste. Um 05:00 Uhr übernahm planmäßig wieder die FF Kastl an der Einsatzstelle.

Um 07:00 Uhr rückte das Fahrzeug AÖ 66/1 aus, um die geräumten Wohnhäuser auf CO (Kohlenstoffmonoxid) zu überprüfen, damit diese wieder betreten werden konnten. Nach der letzten Meldung über das offizielle Einsatzende um 08:00 Uhr wurde die Einsatzstelle der Polizei übergeben.

Eingesetzte Kräfte:
Feuerwehr: FF Kastl, FF Burgkirchen (inkl. Drohneneinheit und DLK),

FF Altötting, FF Neuötting, FF Unterneukirchen, FF Garching (UG-
ÖEL), FF Mehring, FF Emmerting & Werkfeuerwehr Wacker ( TAF )

Führung & Inspektionsdienst: Kreisbrandinspektion
(Kreisbrandrat, drei Kreisbrandinspektoren, Kreisbrandmeister),
Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK)
Rettungsdienst (BRK): Mehrere Fahrzeuge, Einsatzleiter Rettungsdienst (ELRD)
THW: Fachberater, Fachgruppen Licht und Versorgung
Sonstige: Stromversorger, Erster Bürgermeister

Bericht- Manfred Maierhofer
stv. Pressesprecher Kreisfeuerwehrverband Altötting